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Linda Knüvener18.09.2023, 08:00:00

Keyword-Ideen mit der Google Search Console finden

Keyword-Ideen mit der Google Search Console finden
10:36
 Kurz gesagt: Die besten Keyword-Ideen stecken oft in Suchanfragen, bei denen deine Website schon Impressionen bekommt, aber kaum Klicks. Du findest sie im Leistungsbericht der Google Search Console (GSC) unter „Suchanfragen“. 

 Dafür filterst du deine Markenbegriffe heraus, sortierst nach Impressionen und schaust dir alles zwischen Position 8 und 20 genauer an. Danach entscheidest du pro Suchanfrage, was passiert: Du schärfst eine bestehende Seite, planst eine neue Seite oder legst konkurrierende Seiten zusammen. 

 

Warum die Search Console die ehrlichste Keyword-Quelle ist

Keyword-Tools arbeiten mit Schätzungen. Die Search Console zeigt dir dagegen, wie Google deine Website in der Suche tatsächlich ausspielt: Klicks, Impressionen, Klickrate (CTR) und durchschnittliche Position, jeweils je Suchanfrage und je Seite.

Gerade im B2B ist das Gold wert. Viele kaufnahe Suchanfragen haben so wenig Volumen, dass Tools sie gar nicht führen. Ein Beispiel wäre „Dosieranlage Zweikomponenten Klebstoff Serienfertigung“. In deiner GSC tauchen solche Anfragen trotzdem auf, sobald du dafür ausgespielt wirst. Genau dort liegen Ideen, die dein Wettbewerb oft übersieht.

 

Schritt für Schritt: So findest du neue Keyword-Ideen in der GSC

1. Leistungsbericht öffnen.

Gehe auf „Leistung“ und dann „Suchergebnisse“. Aktiviere oben alle vier Metriken: Klicks, Impressionen, CTR und Position. Als Zeitraum reichen meist drei Monate. Bei saisonalen Themen nimmst du zwölf.

2. Deine Marke herausfiltern.

Neue Keyword-Ideen findest du fast nie in Suchanfragen mit deinem Firmennamen. Google hat dafür im Leistungsbericht einen Filter eingeführt, der Suchanfragen automatisch in markenbezogene und nicht markenbezogene trennt (Google Search Central). Laut Google zeigen gerade die nicht markenbezogenen Anfragen, wie neue Nutzer deine Inhalte finden, ohne vorher zu dir zu wollen. Der Filter ist allerdings nicht für jede Property verfügbar. Fehlt er bei dir, schließt du deine Markenschreibweisen per Regex aus („Stimmt nicht mit Regex überein“).

3. Schwellenrankings finden.

Wechsle in den Tab „Suchanfragen“ und sortiere nach Impressionen. Über das Filtersymbol der Tabelle blendest du alles mit einer Position unter 8 aus. Übrig bleiben Suchanfragen, bei denen Google dich schon für relevant hält, du aber noch nicht vorne stehst. Je mehr Impressionen dabei zusammenkommen, desto größer ist der Hebel.

4. Long-Tail und Fragen per Regex sichtbar machen.

Über „Neu“, dann „Suchanfrage“ und „Benutzerdefiniert (Regex)“ filterst du gezielt nach Mustern. Die Search Console nutzt die RE2-Syntax:

  • Fragen (typisch für die Phase Bewusstsein):
    ^(wie|was|warum|welche|wann|wo|wer)\s
  • Long-Tail ab vier Wörtern (typisch für die Phase Überlegung): ^(\S+\s+){3,}\S+$
  • Vergleichs- und Auswahl-Signale (typisch für die Phase Auswahl): (vergleich|alternative|anbieter|kosten|preis|software|agentur)

Die Zuordnung zur Journey hilft dir später bei der Entscheidung, welcher Seitentyp passt. Ein Ratgeber beantwortet Fragen, eine Leistungs- oder Produktseite bedient Auswahl-Signale.

Customer Journey mit Suchanfragetypen: Fragen im Bewusstsein, Long-Tail in der Überlegung, Vergleich und Kosten in der Auswahl

5. Suchanfrage und rankende Seite zusammenbringen.

Klick auf eine Suchanfrage und wechsle in den Tab „Seiten“. Jetzt siehst du, welche URL Google dafür ausspielt. Tauchen dort zwei oder mehr URLs auf, hast du einen Kannibalisierungsverdacht. Dazu weiter unten mehr.

6. Ideen in deinen Content-Backlog übernehmen.

Notiere pro Idee die Suchanfrage, die rankende URL, Position, Impressionen und deine Entscheidung. Dann ist im Team klar, wer welche Seite überarbeitet.

Aufwand-Wirkung-Matrix: Keyword-Ideen aus der Google Search Console priorisieren, bestehende Seiten erweitern bringt die meiste Wirkung

Fang da an, wo Google dich schon sieht: Bestehende Seiten zu erweitern bringt meist am schnellsten Wirkung.

 

Drei Wege von der Keyword-Idee zur Maßnahme

1. Bestehende Seite erweitern oder Snippet schärfen.

Passt die Suchintention der neuen Suchanfrage zur rankenden Seite, ist das dein schnellster Hebel. Ergänze einen Abschnitt, der die Anfrage direkt beantwortet. Nimm die Formulierung aus der GSC in eine Zwischenüberschrift auf und verlinke intern von thematisch passenden Seiten auf diese URL.

Steht die Seite schon weit oben, bekommt aber wenig Klicks, liegt das Problem oft im Snippet. Dann überarbeitest du Title und Meta Description so, dass sie die Suchanfrage klar aufgreifen.

Nach der Überarbeitung kannst du die URL über die URL-Prüfung erneut zur Indexierung einreichen. Das beschleunigt das Crawling, garantiert aber keine sofortige Neubewertung. Damit du später erkennst, ab wann die Änderung wirkt, setzt du im Leistungsdiagramm eine eigene Anmerkung. Diese Funktion hat Google im November 2025 eingeführt (Google Search Central).

2. Neue Seite planen.

Passt die Suchintention zu keiner bestehenden Seite, verschenk das Potenzial nicht. Plane eigenen Content dafür. Ein typisches Signal: Deine Startseite rankt auf Position 18 für eine „Kosten“-Anfrage, obwohl sie gar nichts über Preise sagt. Hier braucht es eine eigene Seite, die genau diese Frage beantwortet. Die bisher rankende Seite verlinkt dann intern darauf.

3. Konkurrierende Seiten zusammenlegen.

Wechseln sich zwei deiner URLs bei derselben Suchanfrage mit derselben Absicht ab, bremsen sie sich gegenseitig. Lege die Inhalte in der stärkeren Seite zusammen, leite die schwächere per 301 weiter und passe interne Links an. Aber Vorsicht vor Aktionismus: Ranken zwei Seiten mit klar unterschiedlicher Suchintention für dieselbe Anfrage, ist das nicht automatisch ein Problem. Entscheidend ist, ob die Positionen schwanken und ob die „falsche“ Seite die Klicks bekommt.

 

Drei Beispiele aus dem B2B-Alltag

  • Beispiel (fiktiv) – Software: Ein Anbieter von Zeiterfassungssoftware für Handwerksbetriebe sieht, dass seine Seite zur App für „zeiterfassung baustelle“ auf Position 11 steht. Sie hat viele Impressionen, aber kaum Klicks. Die Seite erwähnt den Baustelleneinsatz nur in einem Nebensatz. Seine Maßnahme ist ein eigener Abschnitt zur Zeiterfassung auf der Baustelle mit einem Screenshot aus dem Arbeitsalltag. Die passenden KPIs sind Position, CTR und Demo-Anfragen über diese Seite.

  • Beispiel (fiktiv) – Industrie: Ein Hersteller von Dosiertechnik stellt fest, dass für „zweikomponenten dosieranlage“ abwechselnd eine Produktseite und ein alter Messe-Blogartikel ranken. Beide decken dieselbe Suchintention ab. Er legt die technischen Inhalte des Artikels in die Produktseite, leitet den Artikel weiter und beobachtet über acht bis zwölf Wochen, ob sich die Position stabilisiert.

  • Beispiel (fiktiv) – Dienstleistung: Ein IT-Dienstleister findet über den Regex für Auswahl-Signale die Anfrage „managed services kosten mittelstand“. Dafür rankt nur seine Startseite, auf Position 19. Weil keine Seite diese Frage beantwortet, plant er eine eigene Seite zu Preismodellen und Einflussfaktoren und verlinkt sie von der Leistungsseite.

Was die Search Console seit 2025 zusätzlich zeigt

  • Suchanfragegruppen: Google fasst in Search Console Insights ähnliche Suchanfragen per KI zu Gruppen zusammen. Diese Gruppen können sich im Lauf der Zeit verändern und wirken sich nicht auf das Ranking aus (Google Search Central). Die Karte zeigt die stärksten Gruppen sowie Gruppen mit steigenden oder sinkenden Klicks. Verfügbar ist sie aber nur für Properties mit großem Suchanfragevolumen. Für dich ist das eine gute Abkürzung zu Themenclustern. Die einzelne Suchanfrage brauchst du für die konkrete Optimierung trotzdem.

  • KI-Suche: Seit Juni 2026 gibt es eigene Berichte zu generativen KI-Funktionen, die Impressionen in AI Overviews, AI Mode und KI-Funktionen in Discover zeigen, aufgeschlüsselt nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum (Google Search Central). Laut einer Auswertung von Quattr ist der Bericht seit dem 31. August 2026 weltweit ausgerollt. Wichtig für deine Keyword-Recherche: Zum Start enthielt der Bericht weder Klicks noch CTR noch Suchanfragedaten. Er sagt dir also, welche Seiten in KI-Antworten auftauchen, aber nicht, zu welchen Fragen. Neue Keyword-Ideen holst du weiterhin aus dem klassischen Leistungsbericht.

Grenzen der Search-Console-Daten

  • Seltene Suchanfragen fehlen. Google lässt sogenannte anonymisierte Suchanfragen aus Datenschutzgründen weg. Das sind Anfragen, die in zwei bis drei Monaten nur von wenigen Dutzend Nutzern gestellt wurden (Google Search Central). Gerade im B2B-Long-Tail kann das einiges sein.
  • Zeilenlimit. Über die Oberfläche bekommst du maximal 1.000 Zeilen. Über die Search Analytics API und den Looker-Studio-Connector sind es bis zu 50.000 Zeilen pro Tag, Website und Suchtyp.
  • Begrenzter Zeitraum. Die Search Console hält Daten rund 16 Monate vor. Ältere Daten sind weg, wenn du sie nicht extern speicherst.
  • Keine Suchvolumen. Impressionen sind kein Suchvolumen. Für Themen, bei denen du noch gar nicht auftauchst, brauchst du ergänzend eine klassische Keyword- und Wettbewerbsrecherche.
  • Position ist ein Durchschnitt. Ein Wert von 12 kann bedeuten, dass du mal auf 5 und mal auf 30 stehst. Schau dir deshalb den Verlauf an, nicht nur die Tabelle.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Jede Suchanfrage wird eine neue Seite.

So produzierst du die Kannibalisierung von morgen. Prüfe immer zuerst, ob eine bestehende Seite die Anfrage abdecken kann.

Marke und Nicht-Marke werden gemischt.

Hohe CTRs auf Markenbegriffe schönen die Zahlen und verdecken echte Lücken.

Nur auf Klicks schauen.

Die Ideen stecken in den Impressionen. Klicks zeigen dir, was schon funktioniert.

Erfolg nur an Rankings messen.

Im B2B zählt am Ende, ob eine Seite qualifizierte Anfragen bringt. Verknüpfe deine Content-Maßnahmen deshalb mit den Daten in deinem CRM, zum Beispiel über die Quelle „Organische Suche“ an Kontakten und Deals in HubSpot. Wie das sauber aufgesetzt wird, ist Thema von Revenue Operations.

 

Dein nächster Schritt

Nimm dir 30 Minuten und geh die Schritte 1 bis 5 einmal für deine wichtigsten Leistungsseiten durch. Am Ende hast du eine Handvoll Seiten, die du erweitern kannst, und meist ein bis zwei Themen für neue Inhalte. Wenn du daraus einen festen Prozess für Content, SEO und GEO machen willst, schau dir an, wie wir bei sixclicks Organic Growth mit Fokus auf qualifizierte Anfragen angehen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich die Search Console nach Keyword-Ideen durchsuchen?

Einmal im Monat reicht für die meisten B2B-Websites, am besten im selben Rhythmus wie dein SEO-Report. Nach größeren Content-Updates lohnt sich zusätzlich ein Blick nach vier bis acht Wochen.

Ab wie vielen Impressionen lohnt sich eine Suchanfrage?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Vergleiche innerhalb deiner Domain: Eine Anfrage mit 300 Impressionen ist bei einer Nischen-Website im Maschinenbau viel, bei einem SaaS-Anbieter mit großem Blog eher wenig. Entscheidend ist auch die Nähe zur Auswahl-Phase.

Zeigt die Search Console das Suchvolumen eines Keywords?

Nein. Impressionen zeigen nur, wie oft deine Seite ausgespielt wurde. Für Volumen und Themen, bei denen du noch nicht auftauchst, brauchst du zusätzlich ein Keyword-Tool.

Sehe ich in der Search Console, bei welchen Fragen ich in AI Overviews erscheine?

Stand jetzt nicht auf Ebene einzelner Suchanfragen. Der Bericht zu generativen KI-Funktionen zeigt Impressionen je Seite, Land, Gerät und Datum. Nutze ihn, um zu erkennen, welche Seiten in KI-Antworten auftauchen

Was mache ich, wenn zwei meiner Seiten für dasselbe Keyword ranken?

Prüfe zuerst die Suchintention. Bedienen beide dieselbe Absicht und wechseln sich ab, legst du sie zusammen und leitest weiter. Haben sie klar unterschiedliche Aufgaben, schärfst du die Abgrenzung über Inhalte und interne Links.

 

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